Harzklub-Zweigverein
Lutter am Barenberge

Station Q: Frühblüher

 

Die Pflanzen in der Krautschicht des Waldes müssen sich beeilen, wenn sie grünen und blühen wollen. Noch bevor sich das dichte Blätterdach der Laubbäume schließt, bedecken die Frühblüher den Waldboden mit einem farbenfrohen Teppich. Aus ihren unterirdischen Speicherorganen beziehen die mehrjährigen Pflanzen die notwendige Energie für den zeitigen Austrieb.

Buschwindröschen Anemone nemorosa
Die Blüten der kleinen Staude können leicht vom Wind abgerissen werden – daher wohl ihr Name. Und auch die wissenschaftliche Bezeichnung der Gattung deutet mit dem griechischen Wort anemos für Wind darauf hin. Das lateinische nemorosa, das die Art beschreibt, bedeutet schattig, waldreich. Das von März bis April blühende Hahnenfußgewächs ist in ganz Europa verbreitet. Sämtliche Pflanzen- teile der ausdauernden Pflanze sind giftig.

Leberblümchen Hepatica nobilis
Da die Blattform der Pflanze an eine menschliche Leber erinnert, erhielt sie ihren deutschen Namen Leberblümchen. Und auch das lateinische hepatica hat seinen Ursprung in hepatos für Leber. Früher wurden die Blätter als Heilmittel gegen Leberleiden genutzt. Das von März bis April blühende Leberblümchen gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist schwach giftig.

Märzenbecher Leucojum vernum
Die auch Frühlingsknotenblume genannte Pflanze gehört zu den Amaryllisgewächsen und blüht von Ende Februar bis in den März hinein. Durch ihre sehr frühe Blüte ist sie eine der ersten Nahrungsquellen für Insekten. Der Gattungsname Leucojum ist aus dem Griechischen abgeleitet. Dabei steht leukos für die Farbe Weiß. Der Artname vernum ist aus dem lateinischen ver abzuleiten und bedeutet Frühling.

Hohler Lerchensporn Corydalis cava
Die Ähnlichkeit der Blüte mit den gespornten Füßen der Haubenlerche verhalf der Pflanze zu ihrem Namen. Das griechische Wort krydallis ist mit Haubenlerche zu übersetzen. Cava kommt von cavus und bedeutet hohl; die Knollen der Pflanze sind hohl. Die Blüten der Pflanze sind variabel gefärbt, und so können zwischen März und Anfang April purpurn bis violett und weiß blühende Exemplare bewundert werden. Auch diese Pflanze samt ihrer Wurzelknollen ist giftig.

Bärlauch Allium ursinum
Der zu den Lauchgewächsen gehörende Bärlauch trägt neben der lateinischen Bezeichnung Allium für Lauch den lateinischen Artnamen ursinum. Dieser geht auf das Adjektiv ursinus zurück, das von ursus für den Bär kommt. Der Name „Bär“ ist im übertragenen Sinne zu verstehen und kann als „wild“ gedeutet werden. Bärlauch blüht von April bis Juni. Die noch vor der Blüte gesammelten Blätter der Pflanze werden gerne als Gemüse oder Gewürz verwendet.

Schlüsselblume Primula veris
Die Ähnlichkeit des Blütenstands mit einem Schlüsselbund brachte dem Primelgewächs seinen deutschen Namen ein. Primula kommt vom lateinischen prima für die Erste und ist ein Hinweis auf die ersten Frühlingsblumen. Der Artname veris ist vom lateinischen ver für Frühling abgeleitet. Die in ganz Europa vorkommende Schlüsselblume blüht von Ende März bis in den Mai.


Maiglöckchen Convallaria majalis
Der Blütemonat Mai und die glockenförmigen Blüten bescherten der stark duftenden Pflanze ihren Namen. Der Gattungs- name Convallaria kommt vom lateinischen convallis und bedeutet Talsenke. Damit ist auf den Standort des Maiglöckchens hingewiesen. Der lateinische Artname majalis hat seinen Ursprung in majus für den Monat Mai. Alle Pflanzenteile sind stark giftig.

Waldmeister Galium odoratum
Der deutsche Name deutet auf die dominante Rolle in der Krautschicht unserer heimischen Laubwälder: Der Waldmeister ist die erste und wichtigste Pflanze des Waldes, also dessen Meister. Die ausgeprägte Schattenpflanze, die von April bis Mai blüht, ist eigentlich nicht mehr den Frühblühern zuzuordnen. Das lateinische odoratum kommt von odoratus und bedeutet wohlriechend. Für den angenehmen Duft sorgt der Duftstoff Cumarin.