Harzklub-Zweigverein
Lutter am Barenberge

Station A: Totholz



Wie viel Leben steckt noch in einem toten Baum?

Alte Bäume und totes Holz sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Waldes. Abgestorbenes und liegendes Holz ist wertvoller Lebensraum für viele Moose, Flechten, Pilze, Pflanzen und Tierarten. Zahlreiche Insektenarten, vor allem Käfer aber auch Holzwespen und Hornissen haben sich auf Totholz spezialisiert. Sie beschleunigen die Zersetzung, in dem sie das Holz mechanisch aufschließen und verdauen. Je nach Zersetzungsgrad trifft man unterschiedliche Käfer an. Letztlich wandeln Bodentiere wie Asseln, Milben, Schnecken und Regenwürmer das ursprüngliche Holz wieder zu Erde bzw. Humus um. Für viele Vogelarten wie Spechte, Baumläufer oder Kleiber bilden die holzbewohnenden Insekten eine wichtige Nahrungsgrundlage. Baummarder und Fledermäuse oder andere Kleinsäugetiere finden im Totholz ihren Schlafplatz. Auch Amphibien wie der Feuersalamander nutzen altes Holz als Winterquartier oder Versteck und finden dort Nahrung. Den größten Beitrag zur Holzzersetzung leisten allerdings
Pilze, da sie in der Lage sind die Holzstoffe Lignin abzubauen und Cellulose aufzuschließen. Um allen an diesem komplexen Prozeß beteiligten Organismen einen Lebensraum bzw. Nahrung zu bieten ist es sinnvoll, gelegentlich Holz im Wald verrotten zu lassen. Denn auch für viele sehr seltene Insektenarten (z.B. Hirschkäfer, Heldbock) ist Totholz die einzige Lebensgrundlage. Vor uns liegen und stehen mehrere Baumstämme in unterschiedlichen Zersetzungsstadien. Schaut doch mal nach, vielleicht findet ihr einige Totholzbewohner.